Kommentare 13

Über Freundschaften und loslassen können

Ich sitze nun schon eine ganze Weile vor meinem Laptop und in mir brennt ein Thema, worüber ich umbedingt schreiben möchte, aber jedoch nicht weiß, wie ich damit beginnen soll und was die richtigen Worte dafür sind. Es soll um das Gefühl gehen, eine Person schon sehr lange und sehr gut zu kennen, um letztendlich zu Bemerken, dass man sich all die Jahre getäuscht hat. Um das Gefühl loslassen zu können und eine sehr gute Zeit hinter sich zu lassen. 

20150510_143012

Man sagt ja, dass die besten Freundschaften im betrunkenen Zustand entstehen. Und so war das bei mir auch vor vielen Jahren.
Jeder kennt diese Person, von der er denkt, dass sie doch genauso ist wie man selbst. Man hat die gleichen Interessen, fast immer die gleichen Ansichten und versteht sich fast blind. Diese Person spielt in deinem Leben eine große Rolle, sie ist dir wichtig und wenn es dieser Person, die du so gerne hast, ja, die du nun schon fast bester Freund, oder Freundin nennen kannst, wenn es dieser Person nicht gut geht tust du alles, was in deiner Macht steht, damit es ihr oder ihm besser geht. So jemanden habe ich in dieser betrunkenen Nacht kennen gelernt.

Aber was passiert letztendlich, wenn du nach vielen Jahren bemerkst, dass die ganzen Dinge nur auf Einseitigkeit beruhen? Was passiert, wenn du auf einmal merkst, dass es dieser Person letztendlich völlig egal ist, was du machst, und viel schlimmer ist, was passiert wenn du bemerkst, dass es ihr egal ist, wie es dir geht? Du hattest immer ein offenes Ohr für sie. Sie konnte immer zu dir kommen du warst 24/7 für sie da. Und was ist, wenn du bemerkst, dass du all die Jahre nur ausgenutzt wurdest und zwar so lange, bis sie jemand besseres gefunden hat? Was ist wenn sie dich dieses auch noch deutlich merken lässt?

Klar protestiert man zu Anfang und ist wütend, schreibt Nachrichten, will sich treffen, darüber reden, will dass sich alles irgendwie wieder hinbiegt, obwohl man weiß, dass es eigentlich nichts mehr gibt, weil man endlos enttäuscht und wütend ist. Wenn man dann feststellt, dass jede einzelne Nachricht, jedes Angebot aufs zusammensetzen und reden ignoriert wird, wird alles natürlich noch einmal schlimmer.
Man fühlt sich ausgenutzt, weggeworfen. Fragt sich, was man überhaupt in ihrem Leben für eine Rolle gespielt hat. Das Wort Lückenfüller scheint mir da ganz passend. Man fragt sich, wie ein Mensch so sein kann. Letztendlich ist einem klar, dass man nichts ändern kann. Man muss loslassen. Nummern löschen. Die Person aus seinem Leben streichen, auch wenn es nur zum reinen Selbstschutz dient.

Auch wenn es jetzt noch nicht so sein mag, nach einer Zeit wird es besser, es wird alles verblassen und die Wut wird irgendwann verschwinden und das Einzige was bleiben wird, sind die Erinnerungen, die trotz alledem so schön sind, dass man trotzdem noch lächeln muss wenn man an die Zeit zurück denkt.

13 Kommentare

  1. Anonym

    So was ähnliches erlebe ich auch grade. Ich dachte, dass wir befreundet sind und am Ende hat mich die Person nur für ihre Zwecke ausgenutzt und benutzt. Plötzlich hat sie mich im Whats App gebannt und redet nicht mit mir. Ich weiß auch gar nicht warum. Aber so ist das im leben: Menschen kommen und Menschen gehen

  2. Das tut mir leid, dass es dazu gekommen ist. Das tut weh, wenn man ausgenutzt wird und die Freundschaft nur von einer Person kommt.
    Aber ich bin stolz auf dich, dass du standhaft geblieben bist und es durchgezogen hast. Denn man sollte sich nur auf ehrliche Menschen verlassen können, auf die man immer zählen kann. Und das ist das Wichtigste. Schau einfach nach vorn!!

    Liebste Grüße Prisca
    http://priscasgluecksgefuehle.blogspot.de

  3. Liebe Anna,
    ich kenne das Gefühl nur zu Gut. Man versucht noch sehr lange "Rettungsaktionen" bis dann der Punkt erreicht ist, wie es einem wie Schuppen von den Augen fällt. Ich kann das mittlerweile sehr gut, herausfiltern wer gut für mich ist und auf wen ich gut verzichten kann. Da bin ich dann aber auch eiskalt und trenne mich dann von der Person, denn auf sowas habe ich keine Lust.
    Für einen selbst ist es immer das beste was man machen kann (:

    Liebste Grüße,
    Therese

    Read All About It

  4. Bin grade auf Stalking Tour durch deinen Blog. Hab vor einem Jahr eine ähnliche Geschichte erlebt. Loslassen ist bei soetwas echt schwierig. Denke im Endeffekt verändern wir uns alle, was auch normal ist. Aber manchmal denkt man sich dann echt: "Habe ich mich so in dieser Person getäuscht? War sie schon immer schon so egoistisch (…)?"
    Hab auf meinem Blog ja auch schon darüber geschrieben, warum es normal ist, Freunde zu verlieren. Aber manche "Freundschaftsenden" schmerzen eindeutig mehr als andere.

    Liebe Grüße
    Alina

Schreibe eine Antwort